Vermarktung und KPPA

Die KPPA

Die Pfefferanbauer der Region Kampot gründeten nach der Stabilisierung der politischen Situation in Kambodscha eine gemeinsame Interessenvertretung, die Kampot Pepper Promotion Association (KPPA). Die KPPA unterstützt die einzelnen Farmer bei der Vermarktung, z.B. mit der Schaffung des gemeinsamen Labels KAMPOT PEPPER und repräsentiert das Produkt nach außen. Die KPPA verpflichtet ihre Mitglieder, den Pfeffer nach den folgenden und überlieferten Randbedingungen anzubauen und zu verarbeiten:

  • » Pflanzenanbau
  • » Ernte, Trocknung sowie das Sortieren der Pfefferbeeren darf ausschließlich in den genau festgelegten Distrikten der Provinzen Kampot und Kep erfolgen.
  • » Ernte ausschließlich per Hand
  • » Ausschließlicher Einsatz von natürlichen Düngemitteln. In der Region werden traditionell Rinderdung und Fledermausguano verwendet. Fledermäuse halten sich tagsüber in den Palmen versteckt, der nährstoffreiche Fledermauskot wird von den Farmern gesammelt.
  • » Verzicht auf den Einsatz von Pestiziden und Herbiziden. Die Farmer jäten das Unkraut per Hand.
  • » Der Reihenabstand der Pflanzen muss mindestens 1,80 m betragen
  • » Anbringung eines Sonnenschutzes zumindest für die Jungpflanzen

Diese Selbstverpflichtung ist maßgeblicher Baustein bei der Vermarktung des Kampot-Pfeffer als ein herausragendes Produkt. Die Einhaltung dieser Regeln wird von Inspektoren der KPPA überprüft, welche die Farmen unangemeldet aufsuchen.

Die Farmer

Ein Großteil der einheimischen Farmer bewirtschaftet vergleichsweise kleine Farmen mit Anbauflächen von bis zu zwei Hektar. Viele Farmer sind noch Analphabeten, eine Mehrzahl ist nicht in der Lage, den erzeugten Pfeffer selbst zu vermarkten. Diese Farmer werden von einigen lokalen Unternehmen unterstützt, welche die Aufgaben Einsammeln, Aufbereiten, Sortieren, Verpacken und Vermarkten des Pfeffers übernehmen.

EU und Label

Inzwischen haben sich aber auch Europäer in der Region niedergelassen, die oft mit einheimischen Partnern in die Pfefferproduktion eingestiegen sind und versuchen, eine Direktvermarktung aufzubauen. Die Vermarktung wird durch die Schaffung eines gemeinsamen Labels unterstützt. Darüber hinaus beantragte die KPPA in 2014 bei der Europäischen Kommission die Eintragung des Kampot Pfeffers in das Register der geschützten Ursprungsbezeichnungen der EU um das Label der geschützten geografischen Angabe (g.g.A.) tragen zu dürfen. Die Europäische Kommission gab dem Antrag im Jahr 2016 statt. Damit kann der Pfeffer aus Kampot innerhalb der EU mit dem g.g.A - Label bzw. in englischer Sprache mit dem PGI – Label (protected geographic indication) beworben werden. Eine Kopie der EU-Dokumente stellen wir auf Anfrage gern zur Verfügung.

Damit hat die Europäische Kommission dem Kampot Pfeffer einen gleichen Stellenwert zugesprochen wie z.B. dem Kaffee aus Kolumbien, dem Darjeeling Tee aus Indien, dem Nürnberger Lebkuchen oder dem Lübecker Marzipan.

Kampot PfefferKampot Pfeffer